Jugendtheaterproduktion "ritzen"

Jeder Teenager versucht diese Probleme auf andere Art und Weise zu bewältigen, für viele
allerdings scheinen Alkohol oder härtere Drogen der einzige Ausweg und die Flucht aus
der Realität. Statistiken belegen, dass Alkoholvergiftungen unter Jugendlichen in den letzten
beiden Jahren um erschreckende 26% gestiegen sind, Alkohol stellt für viele der Betroffenen
allerdings nur den Einstieg für härtere Drogen dar. Alkoholismus und Drogenmissbrauch sind häufige Ventile der Problembewältigung von depressiven Jugendlichen und Pubertierenden, sie versuchen sich in eine scheinbar problemfreie

Welt zu flüchten, geraten dadurch allerdings nur noch tiefer in ihre Depression.
Selbstverletzendes Verhalten tritt unter anderem häufig bei Personen mit Depressionen,
Essstörungen oder auch häufig in der Pubertät auf. Sehr oft verletzen sich Jugendliche
selbst „um sich zu spüren“, sie holen sich damit wieder in die Realität zurück.
Das autoaggressive Verhalten von Jungen und jungen Männern, wird in der Öffentlichkeit
meist weniger Beachtung geschenkt als von Mädchen, außerdem kämpfen männliche
Jugendliche oft damit „männlich“ zu wirken und schämen sich für ihre Probleme und Depressionen.

Das Theaterstück basiert auf Walter Kohls „Ritzen“, welches für eine weibliche Darstellerin
vorgesehen ist. Das Drehbuch wurde auf einen männlichen Protagonisten umgearbeitet
und geht des weiteren intensiver auf Alkoholmissbrauch und Drogenprobleme ein.
Das Stück wird mit einem sehr minimalistischem Bühnenbild aufgeführt und konzentriert
sich somit mehr auf den Schauspieler der seine Gedanken und Monologe dem Publikum
mitteilt. Um die jugendliche Zielgruppe besser und realistischer zu erreichen bedient sich das
Stück einer jugendlichen Sprache, welche unter Jugendlichen und Personen mit den angeführten Problemen, üblich ist.

Das Ziel des Theaterstückes ist es anhand einer betroffenen Person die Folgen von jugendlichem Stress, Leistungsdruckes, Depressionen und das Problem von autoaggressivem Verhalten aufzuzeigen. Außerdem werden die fatalen Auswirkungen von Alkohol, -und Drogenmissbrauch dargestellt und es konfrontiert das Publikum mit aktuell bestehenden, gesellschaftlichen Problemen unter Jugendlichen.
Anstatt der üblichen ausformulierten Theatersprache, bedient sich das Stück realistischer
Formulierungen und Ausdrücken, welche von Betroffenen oftmals gewählt werden. Die
vorführende Sprache fördert das allgemeine Bewusstsein des Publikums um die dargestellten Probleme stärker, als würde es sich hochsprachlich ausformulierter Dialoge bedienen.

Auszüge aus dem Stück:

Ritze ist das, wo Platz ist.
Ritze ist das,
wo man durchsieht.
Ritze ist Platz, wo nach Bauplan
Gar kein Platz
Sein sollte.
Es tut nicht weh.
Spürst du nichts.
Ein kleiner ritsch,
und rot bist du.
Nein stimmt nicht.
Tut schon weh.
Soll ja wehtun.
Weißt erst, dass es dich gibt,
wenn du spürst.
Tut gut wenn es weh tut.
Wenn du mich
liebst,
dann machst du es.
Sie griff es sich,
und machte es.
Ein großes M
in den Unterarm,
außen,
damit es jeder
sehen kann.
M, für Michi.
.....

Premiere: 2.10.2008
Spiel Termine:9.10.,10.10. 2008

Wiederaufnahme aufgrund des großen ERFOLG:
Premiere: 25.11.2009
Spiel Termine: 26.11., 27.11., 2009



www.ritzen.at
 

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